Duisburg im Juli 2010. Die Stadt ist im Vorgefühl des "Mega-Events" Loveparade. Zehntausende "Raver" sind auf dem Weg in eine Stadt, die sonst nur wegen Schimanski, Moscheen und hoher Arbeitslosenzahlen für Schlagzeilen sorgt. Die Dokufiction "Todesfalle Loveparade" erzählt, wie es zu einer Massenpanik mit 21 Toten und hunderten Verletzten kommen konnte. [Video starten]
Das Unglück der Loveparade jährt sich - und Duisburgs OB Sauerland will nicht zurücktreten. Müssen Politiker die moralische Verantwortung übernehmen? Mit welchem Gefühl geht man diesen Sommer auf Festivals? Mitdiskutieren bei ZDF log in bei SudiVZ, Facebook und Twitter. [Video starten]
Ein Jahr nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten hat der Duisburger OB Adolf Sauerland (CDU) die lange ersehnte Entschuldigung ausgesprochen: "Als Oberbürgermeister dieser Stadt trage ich moralische Verantwortung für dieses Ereignis", sagte er. [mehr]
Die Loveparade in Duisburg fand auf einem abgesperrten Gelände statt, das nur über einen Tunnel zu erreichen ist. Eine 3D-Animation zeigt die neuralgischen Punkte im Tunnel.
"In allen Köpfen herrschte die Angst: Wenn ich jetzt falle, bin ich tot", berichtet Stefanie Podeszwa. Was sie erlebt hat, verarbeitet sie nur schwer: "Es kommen immer wieder die Bilder, ich träume davon."
Er wollte feiern und wurde Zeuge der Katastrophe. Manuel Lippka war auf der Loveparade und blieb wie viele andere in dem Zugangstunnel stecken. "Die Leute wurden aggressiv. Das löste die Panik aus", sagt er.
Vor einem Jahr sollte die Loveparade in Bochum stattfinden. Allerdings war den Veranstaltern das Gelände zu dicht bebaut. Warum wurden die Lehren aus Bochum in Duisburg nicht gezogen?
Bei Massenpaniken schaltet sich die soziale Kompetenz des Menschen ab - er handelt unkontrolliert, nur der Selbsterhaltungstrieb zählt: Dr. Steffen Fliegel, Diplom-Psychologe der Uni Münster versucht die Geschehnisse im Tunnel zu erklären.
Der Berliner DJ Dr. Motte widmete 1989 dem aufkeimenden Techno eine Parade. 1999 erreichte diese mit 1,5 Millionen Besuchern in Berlin ihren Höhepunkt. Zu großen Unfällen kam es nicht - bis zu der Katastrophe von Duisburg.