Erziehung - ein Thema das derzeit heiß und kontrovers in den Familien, aber auch in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Verständnis oder Verbote? Viele überforderte Eltern balancieren zwischen ihren Ansprüchen und den Anforderungen des Alltags. Das Resultat sind Stress, Streit und Konflikte. Immer häufiger sind die Betroffenen mit ihrem Latein am Ende, wissen weder ein noch aus.
"Probleme in der Familie hat heute fast jeder. Das ist auch ganz normal", sagt die erfahrene Pädagogin Carolin Becker. Ihr Ansatz ist es, die Familienmitglieder dabei zu unterstützen, ihre Reaktionen einzuschätzen, der eigenen Stärken wieder bewusst zu werden und ihr Verhalten zu ändern.
Dieses Ziel hat sich Carolin Becker auch für die ZDF-Sendung "Abenteuer Familie" gesetzt. Über mehrere Wochen begleitet sie Eltern und Kinder, die mit ihren Konflikten nicht mehr alleine fertig werden und Rat und Hilfe suchen. Sie forscht nach den Ursachen für deren Krisen und gibt Tipps, wie die Betroffenen aus der verfahrenen Situation herauskommen können.

Carolin Becker, in Hamburg geboren, ist Diplom-Sozialpädagogin. Schon während ihres Studiums absolvierte sie mehrere Praktika, bei denen sie sich um Kinder mit psychosomatischen Erkrankungen kümmerte. Seit 2005 ist sie Leiterin der Erziehungsberatungsstelle Norderstedt im Diakonischen Werk Niendorf. Dort leistet sie Projektbegleitung bei der bke-online Elternberatung und der aufsuchenden Familientherapie. Freiberuflich leistet sie Konfliktberatung und Organisationsberatung. Dabei geht es ihr vor allem um den gesetzlichen Schwerpunkt "Kindeswohlgefährdung". In ihrer Freizeit kümmert sie sich um den von ihr gegründeten Arbeitskreis "Familien mit Rissen", den sie auch selbst leitet. In diesem Zusammenhang plant sie Fachvorträge.

Diesmal kümmert sich Carolin Becker um Familie B. Silke, Mutter von vier Kindern fühlt sich überfordert und alleingelassen. Ihr Mann hat zwei Jobs, arbeitet viel und ist kaum zuhause. Ihr ältester Sohn Patrick (16 Jahre) hat nach seinem Realschulabschluss noch keine Idee, was er mit seiner Zukunft anfangen will, besucht mehr aus Verlegenheit eine weiterführende Schule und kümmert sich um keine Lehrstelle. Mit seinen Eltern kommt es deshalb häufig zum Streit. Sie werfen ihm eine "Null-Bock"-Mentalität vor. Besonders mit seinem Stiefvater gerät der 16jährige immer wieder aneinander. Seinen eigenen Vater hat Patrick nie kennengelernt - er starb noch vor seiner Geburt bei einem Autounfall.
Patricks stärkster Halt ist sein Halbbruder Christoph - der 14jährige stammt aus der zweiten Beziehung seiner Mutter. Auch Christophs Verhältnis zu seinem Stiefvater ist überschattet von zahlreichen Auseinandersetzungen. Zeitweise war die Stimmung in der Familie so explosiv, dass Christoph für einige Zeit zu seiner Großmutter zog. In diesem Klima baute sich in der vergangenen Zeit eine Stimmung aus Misstrauen und Sprachlosigkeit auf, die Carolin Becker nun aufzubrechen versucht. Mit viel Einfühlungsvermögen gelingt es ihr schließlich, die sechsköpfige Familie wieder miteinander ins Gespräch zu bringen und einen Weg aus der verfahrenen Situation zu finden.