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12. Februar 2012
 

Dokumentation

 
 
Rückblick: Dokumentation vom 19.08.2009
Die Linkspartei zwischen Pragmatismus und Populismus

Frontal 21-Dokumentation

Auferstanden aus Ruinen

Von der SED zur Linkspartei

Der Kapitalismus ist für sie "der größte Feind für das Lebensglück der Menschen". Manager mit Millionenabfindungen bezeichnen sie als "Asoziale" und die "ungerechte Verteilung des Eigentums" ist für sie die Hauptursache der gegenwärtigen Wirtschaftskrise. Wenn es um ihre Feindbilder geht, ist sich Deutschlands Linke einig, ansonsten aber brechen in der Partei die alten Flügelkämpfe wieder auf.

Zwei Jahre nach der offiziellen Vereinigung von Linkspartei, PDS und WASG sind die Genossen zerstritten wie nie. Doch allein durch ihre bloße Existenz hat die Partei das politische Koordinatensystem verschoben: Plötzlich werden auch alle anderen Parteien ein bisschen links: flächendeckender Mindestlohn, Managergehälter begrenzen, Rente mit 67 abschaffen und Hartz IV rückgängig machen. Sogar die Mehrheit der CDU-Wähler unterstützt die populistischen Forderungen der Linken. Dass die SPD inzwischen die schlechtesten Wahlergebnisse in der bundesdeutschen Geschichte einfährt, hat auch mit der Konkurrenz am linken Rand zu tun.

Im Osten ist die LINKE Volkspartei, macht eine pragmatische Politik und hat in zwei Bundesländern sogar Regierungsverantwortung. Und im Westen konnte sie mit ihrem knallharten Oppositions- und Politikverweigerungskurs auch einen Teil der Wähler überzeugen.

Die Renaissance der Linken, zwanzig Jahre nach dem Mauerfall, ist umso erstaunlicher, als der Kommunismus mit dem Untergang der DDR auch politisch am Ende schien. Wie es gelang, die SED unter neuem Namen in das vereinte Deutschland hinüberzuretten, belastete DDR-Spitzenfunktionäre als Saubermänner zu präsentieren, und wie es vor allem gelang, das SED Parteivermögen in dunklen Kanälen verschwinden zu lassen, ist eines der spannendsten Kapitel der deutschen Vereinigung.

Stefan Aust und Claus Richter schildern die Geschichte der deutschen Linken in den vergangenen zwanzig Jahren seit dem Fall der Mauer. Ausführlich gehen die Autoren den Spuren der verschwundenen SED-Millionen nach und schildern die spektakulärsten Fälle. Weiter beschreiben die Autoren, wie die PDS in den Jahren nach der deutschen Einheit im Osten zur Volkspartei wurde, ohne die Stasi Verstrickungen und den Geldwäsche-Verdacht loszuwerden. Das gesamtdeutsche Comeback der Linken führte über die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), die sich 2004 vorrangig aus regierungskritischen SPD Mitgliedern und Gewerkschaftern konstituierte.

Die Linke in Deutschland, zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer - für diese Standortbestimmung sind die Autoren Stefan Aust und Claus Richter quer durch die Republik gereist, haben Gregor Gysi, Oskar Lafontaine und andere Spitzengenossen begleitet, politische Freunde und Feinde befragt, mit Zeitzeugen gesprochen. Szenen und Bilder aus den Hochburgen der Linken zeigen, wie eine "rote Republik" mit Oskar Lafontaine und Gregor Gysi in der Regierung aussehen könnte.
 
 

Sendungsinformationen

Mittwoch, 19.08.2009 23:15 - 00:00 Uhr

VPS 19.08.2009 22:45

Länge: 45 min

Dokumentation, Deutschland, 2009

  • 16 zu 9
  • Untertitel