Am 9. November 1989 fiel kein Schuss. Keine Soldaten marschierten auf, niemand verlor sein Leben, als der eiserne Vorhang, die Mauer, fiel. Die friedliche Revolution: Deutschland Ost hat sie mutig gewagt - Deutschland West hat sie gebannt beobachtet. Und heute? Im Film berichten Politiker und Prominente als Zeitzeugen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen seit 1989.
Auch wenn die Nacht der Einheit mit Feuwerk und jeder Menge Sekt auf beiden Seiten der Berliner Mauer gefeiert wurde: 20 Jahre nach dem Mauerfall ist eine Freude über die Wiedervereinigung nicht überall in Deutschland spürbar. Viele Ostdeutsche glauben, sie seien ausgenutzt worden. Viele Westdeutsche haben es satt, immer noch für den Osten zahlen zu müssen.
Wie kommt es, dass jeder vierte Ostdeutsche meint, dass es den Menschen in den fünf neuen Bundesländern heute schlechter gehe als 1989? Warum würden 40 Prozent der Arbeitslosen in den alten Bundesländern selbst dann nicht in den Osten ziehen, wenn man ihnen dort einen sicheren Job anbieten sollte? Und was ist aus den Helden der Revolution geworden?

Michael Jürgs, Publizist, ehemaliger Stern-Chefredakteur und Kolumnist, begibt sich zusammen mit der Fernsehautorin Claudia Bissinger für das ZDF auf Deutschlandreise und begegnet Menschen, die damals das scheinbar unzer-störbare, fest gemauerte System der SED in einer friedlichen Revolution besiegten. Der Film erzählt von Gewinnern und Verlierern der Einheit, von wachsamen Träumern und verbohrten Ewiggestrigen. Eine Reise zurück in jene einmalig wahnsinnige Zeit, in der für Deutschland eine neue Epoche begann, aber auch eine in die Zukunft des Landes.
Die Autoren treffen auf die einstigen Helden im Dresdner Herbst, sprechen mit einer Umweltschützerin in der ehemals "dreckigsten Region Deutschlands", zeichnen die Entwicklung eines Biogasunternehmens nach, das zu DDR-Zeiten enteignet wurde und heute als Familienunternehmen floriert. Sie zeigen, wohin die Gelder des Solidarpakts geflossen sind und erfahren von Bürgermeistern im Westen, wo es jetzt fehlt. Und ein ehrenamtlicher Helfer aus Brandenburg erklärt, wie er mit eigenen Methoden Neonazis im Gefängnis zur Umkehr bewegt. Mit Blick auf die Frage: "Wie geht's, Deutschland?"
Im Film berichten Politiker und Prominente als Zeitzeugen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen seit 1989: Angela Merkel, Marianne Birthler, Lothar de Maizière, Matthias Platzeck, Egon Bahr, Gregor Gysi, Edgar Most, Rainer Eppelmann, Hans-Joachim Maaz, Jan Josef Liefers und Günther Jauch. Eine ganz persönliche Bilanz der Einheit zum 20. Jahrestag des Mauerfalls.