Garagen scheinen für IT-Bastler eine inspirierende Wirkung zu haben. Aus einer smarten Idee in einer Garage wurde in neun Jahren ein milliardenschweres Unternehmen mit unvergleichlichem Einfluss. Schwingt sich Google innerhalb des Internets zu einem Monopolisten auf?
An Google kommt in der digitalen Welt keiner mehr vorbei. So hat man dort allen Grund zu feiern. Einmal im Jahr findet eine Party für Mitarbeiter und Kunden statt, der Google Dance. Wie immer gehören Spaß und Arbeit zusammen. Also präsentiert man hier einen kleinen Jahrmarkt dessen, was Google seine Produkte nennt.
Adam Sah, Google Gadgets: "Google Gadgets sind kleine Plug-Ins, wie kleine Applikationen oder Mini-Webseiten, die man zum Beispiel in iGoogle einfügen kann. Aber die kann man auch in Google Desktop oder Google Pages oder in den ganz neuen Google Kalender einfügen. Wenn man den benutzt, kann man so jeden Tag sein Horoskop lesen."

Google ködert seine Nutzer jenseits der eigentlichen Suchmaschine mit mittlerweile Dutzenden von online verfügbaren Produkten und Diensten, die andere Firmen für viel Geld verkaufen. In den Google Laboren wird getüftelt, die Computeringenieure basteln an allen digitalen Fronten. Einen Tag pro Woche haben sie sogar zur freien Verfügung, um an eigenen Ideen zu arbeiten. Daraus können sich Produkte entwickeln oder auch nicht. So entstehen Innovationen. Eines dieser neueren Produkte ist ein Software Paket namens Applikationen, das E-Mail, Kalender und sogar Textverarbeitung, Tabellen und Präsentationen bietet. Das Programm und die Speicherung der Daten läuft über Google und seine Server. Jeder Nutzer hat 10 Gigabyte frei zur Verfügung. So viel bietet kaum ein anderer Anbieter.
Und was hat Google eigentlich davon? Jen Mazzon, Produktmanager Applikationen: "Vieles, was wir hier bei Google tun, beschäftigt sich damit, wie man Nutzer loyal halten kann und sie glücklich macht. Wenn wir neue Produkte entwickeln, fragen wir: 'Was wollen die Leute wirklich?' - und bauen dann Produkte, die innovativ sind, die Nutzer spannend finden und die ihnen helfen, ihr Leben zu verbessern."
Viktor Mayer-Schönberger: "Das Ziel von Google ist, über die Erweiterung von Angeboten und die Nutzung der Informationsschätze, die sie haben, sei es über Mail, sei es über Kalender, sei es über YouTube, aber sei es auch über die Suchergebnisse hier zu einer Art One-Stop-Shop für Informationssuchende zu bieten. Und das kann nur erreicht werden und ist über die Zeit nur möglich, wenn es Google gelingt, alle Informationsschätze der Kundinnen und Kunden bei sich lagern zu können."
Längst wird auch fern der Weltzentrale geforscht. Zum Beispiel in der Schweiz. In Zürich steht Googles größtes Labor in Europa. Der Hunger nach Ingenieurstalenten ist immens. Marissa Mayer, Produktchefin Google: "Wir sind sehr daran interessiert, die Besten zusammenzubringen. Wenn Sie sich unsere Forschungs- und Entwicklungsstandorte anschauen, dann haben wir die möglichst in der Nähe großer Universitäten mit weltbekannten Computerwissenschaftlern angesiedelt. Einer der Gründe für Zürich war also die Technische Hochschule."
Frisch von der Uni in die legendäre Google-Unternehmenskultur: Fitness-Studio und Massage-Salon inklusive. Hier ist die Welt schon eine "Google". Das Unternehmen hat ein eigenes Parallel-Universum geschaffen: Denkfabrik, Spielwiese, Uni-Campus. Google gilt als einer der beliebtesten Arbeitgeber weltweit.
Google sucht nicht nur nach den besten Mitarbeitern. Gern verleibt sich das Unternehmen auch gleich ganze Firmen ein, um sich fehlendes Know-How zu kaufen. Geld spielt keine Rolle. Das Schweizer Mapping-Unternehmen Endoxon ist so komplett in Google aufgegangen. In Zürich arbeitet Google auf Basis der Enoxon Karten-Software an Verbesserungen von Google Maps.
Das neue Feature heißt 'Transit'. Damit können in Echtzeit verschiedene Daten des öffentlichen Nahverkehrs abgerufen werden. Zum Beispiel die genaue Position der Straßenbahn oder freie Parkplätze im nächstgelegenen Parkhaus. Auch ein verspäteter Zug ist über die Software erkennbar - und das auch mobil am Handy.